Außerordentliche Kündigung

Der deutsche Kündigungsschutz und das Arbeitsgerichtsgesetz gelten als sehr arbeitnehmerfreundlich, sie können einem Arbeitgeber schon eine ordentliche Kündigung aus betriebsbedingten Gründen schwer machen. Doch bei der außerordentlichen Kündigung sind noch einmal höhere Maßstäbe anzulegen, denn sie entzieht dem Arbeitnehmer von heute auf morgen die Grundlage seiner Existenz. Deshalb ist eine Reihe von Anforderungen zu erfüllen, damit eine außerordentliche Kündigung wirksam wird und den strengen Auflagen der Arbeitsgerichtsbarkeit standhält.

Mögliche Gründe für eine außerordentliche Kündigung sind die Beleidigung des Arbeitgebers und Schlägereien am Arbeitsplatz. Eine vorgetäuschte Krankmeldung trotz Gesundheit kann eine außerordentliche Kündigung rechtfertigen, wenn man während der Zeit der Krankmeldung anderen bezahlten Tätigkeiten nachgeht. Auch eine Nebentätigkeit, die nicht angemeldet ist und als Konkurrenztätigkeit zum Unternehmen verstanden werden kann, rechtfertigt häufig eine außerordentliche Kündigung. Gleiches gilt für Arbeitszeitbetrug und gravierende Unregelmäßigkeiten bei der Durchführung von Dienstreiseabrechnungen.

Wie sollen Sie sich verhalten, wenn Sie eine außerordentliche Kündigung erhalten haben…?

 

Der Ausspruch einer fristlosen Kündigung bedeutet in aller Regel, dass Sie ab sofort nicht mehr zur Arbeit erscheinen müssen.

Wenn Sie die fristlose Kündigung als ungerechtfertigt ansehen, sollten Sie so bald wie möglich rechtlichen Rat einholen. Bitte beachten Sie, dass eine Kündigungsschutzklage gegen diese Kündigung innerhalb von 3 Wochen nach Zugang der Kündigung erhoben werden muss (3-Wochen-Frist)!

Ferner sollten Sie sich innerhalb von 3 Tagen nach Kündigungszugang (§ 38 SGB III) bei der Arbeitsagentur arbeitslos melden.

Wird Kündigungsschutzklage erhoben und erklärt das Arbeitsgericht die Kündigung später für unwirksam, so bedeutet dies, dass das Arbeitsverhältnis ununterbrochen fortbestand. Unter Umständen können Sie dann auch für die Zwischenzeit, in der Sie nicht gearbeitet haben, Ihr volles Gehalt oder Teile davon beanspruchen (Annahmeverzug).

Wenn Sie nicht unter allen Umständen an Ihrem Arbeitsverhältnis festhalten wollen, können Vergleichsgespräche mit dem Ziel geführt werden, das Arbeitsverhältnis gegen die Zahlung einer Abfindung zu beenden.

Der Arbeitnehmer kann aber auch gem. § 13 Abs. 1 Kündigungsschutzgesetz beantragen, dass das Arbeitsverhältnis trotz Unwirksamkeit der Kündigung durch das Gericht aufgelöst und ihm eine Abfindung zugesprochen wird.

Für Beratung können Sie sich hier melden:  http://www.lindacher-arbeitsrecht.de/